DES KAISERS NEUE KLEIDER

von Hans Christian Andersen

Regie: Nora Schumacher

Fast uneigennützig wirft sich der Kaiser in immer neue Gewänder, um seinem Volk etwas Schönes präsentieren zu können. Aber Prinzessin Sophie findet, dass man das Geld wesentlich besser investieren könnte, zum Beispiel in Bildung. So heckt sie mithilfe des Praktikanten Jacob einen Plan aus, um ihren Vater auf den richtigen Pfad zu führen und ganz nebenbei die Loyalität seines Ministers auf die Probe zu stellen.

OHNSORG THEATER, HAMBURG

RAUS AUS DEM SWIMMINGPOOL, REIN IN MEIN HAIFISCHBECKEN

von Laura Naumann

Regie: Stefan Behrendt

Nachrichten, Mütter und Töchter, kalte Badewannen, Wertigkeiten, Mobbing, Frühstückskrisen, Notausgänge, Essen im Stehen, Excel-Tabellen, Timeslots, Verantwortung, Freiheit, moderne Arbeitswelten, Turbokapitalismus, Flugbegleiter, Sicherheit, Brüche, Elite-Dating, Grow or go, Sehnsucht, die Oberflächenspannung des Wassers, Anerkennung und die Frage: was ist meine Mission auf dieser Erde?

THEATER ZUR WEITEN WELT, LÜNEBURG

WINTERREISE

von Elfriede Jelinek

Regie: Mathias Spaan

Wenn ein Tropfen Wasser auf der Erde verdampft, trägt ihn die Wärme der Luft hinauf bis in die Atmosphäre. Und die ist kalt, und je höher man kommt, desto kälter wird es. Der Dampf kondensiert und weil es da oben so kalt ist, gefriert dieser Tropfen und wird zu einer … was? Flocke. Schneeflocke. Genau! Und weil Schnee leichter als Wasser, aber schwerer als Luft ist, fällt diese Flocke nicht zu Boden, sondern rieselt leise hinab in die Welt. War es nicht so? Wo ist die Milch? Ich möchte wissen, warum es draußen so kalt ist und der Schnee fällt, aber nicht liegen bleibt. Darf ich Ihnen ein Geheimnis verraten? Haben wir noch Zeit? Ich muss nämlich kurz ins Bad. Mein Sohn hat angerufen, es hat fürchterlich geschneit. Er braucht dringend Hilfe und auf dem Dachboden haben wir noch einen ganzen Kühlschrank voller alter Kassetten.

In „Winterreise“ skizziert Elfriede Jelinek die Beharrlichkeit des Menschen, sich selbst ein schmelzendes Denkmal zu setzen. Es wird wärmer? Egal. Drehen wir die Heizung hoch!

KAMPNAGEL, HAMBURG

PRINZENPACK

von Michael Müller

Regie: Johannes Nehlsen

Gregor und Marek haben sich gewehrt. Dass die Schlägerei eine Anzeige nach sich zieht, macht die beiden wütend, weil ihre Gegner sie als »schwule Schwanzlutscher« beschimpft haben und meinten, sie gehören »vergast«. Die beiden sind seit drei Monaten ein Paar. Seit ihrem »Outing« wird ihre Beziehung auf die Probe gestellt. Marek hat seine streng katholische Familie für Gregor verlassen und ist zu seinem Onkel gezogen. Gregor musste seiner damaligen Freundin gestehen, dass er einen Jungen liebt und im Sportstudio einige Sprüche einstecken. Auch in der Schule sorgen sie für reichliche Lästereien. Gregor und Marek beschließen: Raus aus der Verteidigungshaltung, rein in die Offensive! Ein Wagnis! Ein zweites »Coming Out«, die Hose runterlassen. Prinzenpack! ist ein selbstbewusstes, lustiges, durchgedrehtes Stück, das zum Dialog einlädt. Im besten Sinne emanzipatorisch. Ein Stück über das Schwulsein, Frauen-/Männerbilder, über Scham, Träume, Liebe und das Leben.

MONSUN THEATER, HAMBURG